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Geschichten, die das Leben schrieb: «Ich kannte Elisabeth Haich»

«Ich kannte Elisabeth Haich»

Ein Erlebnisbericht von Evelyne Mayer

Evelyne Mayer kannte Elisabeth Haich – die bekannte ungarische Künstlerin, die in der Schweiz mit Selvarajan Yesudian zusammen die Yoga-Schule in Zürich gründete – und begleitete sie während vielen Jahrzehnten. Lesen Sie hier den Erlebnisbericht von Evelyne Mayer.

„Ich bin Evelyne Mayer, 85 Jahre alt, und kannte Elisabeth viele Jahrzehnte, bis sie eines Tages diese Welt im Alter von 97 Jahren verliess.

Es war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als ich die Yogaschule von Elisabeth Haich und Selvarajan Yesudian kennen lernte, in einem netten grossen Gebäude auf der anderen Seite des Zürichsees.

Dort war sie, Elisabeth Haich, in einem grossen Saal, aus einem Buch lesend. Ich kam ziemlich atemlos an und ich war auch ein bisschen spät. Eine grosse Menge umgab sie, doch übersah ich sie, wegen ihr.

Und ich wusste es, ich musste mich ein bisschen abkühlen und beruhigen, denn etwas sehr Besonderes war gerade im Gange. Frau Haich fuhr fort zu lesen, weiter und weiter. Auf einmal realisierte ich, dass die Person, die sie im Buch erwähnte, sie selber war. Sie las aus dem Buch die «Einweihung.»

Das war das erste Mal, dass ich zu ihren speziellen Donnerstagabend-Vorträgen kam, über viele Jahrzehnte. Und ich nahm an diesen Vorträgen teil, so häufig wie ich konnte, über all diese Jahre.

Dieses Buch war ein sehr spezielles Werk, mit dessen Hilfe sie über viele Jahre die persönliche und spirituelle Entwicklung eines Menschen zeigte, ihrer selbst. Frau Haich lehrte uns dies in einer sehr persönlichen, geduldigen, umfassenden und liebevollen Art und Weise.

Während der Sommermonate lebte Frau Haich im Süden der Schweiz – im Ticino – in welchem sie eine Sommer-Yogaschule betrieb. Dort lehrte sie Hatha Yoga und manchmal unterrichtete sie typisch jesuitische Übungen und Meditationen. Wenn wir Probleme hatten, stand Frau Haich uns jederzeit zur Verfügung.

Mit der Zeit wurden wir gute Freunde und manchmal besuchte sie uns zum Essen. Sie mochte es sehr, mit uns zusammen zu sitzen und unsere einfachen und vorzüglichen Mahlzeiten zu geniessen. Wir waren glücklich, sie bei uns zu haben – es waren immer gute Zeiten.

Hin und wieder schloss sie sich uns auch für Autoreisen durch einige der schönsten Schweizer Landschaften an. Da sie hellsichtig war, erzählte sie uns von vielen wunderbaren Ereignissen, Geschehnissen und Geschichten, die ihr in der Umgebung auffielen, wie zB von Erdgeistern, Elfen, Feen, Kobolden und ähnlichem.

Das war wirklich eine sehr, sehr glückliche Zeit mit ihr, all diese Dinge mit ihr zu erleben und mit ihr unterwegs zu sein.

Viele Jahrzehnte litt Frau Haich an einem Augenleiden und auf einem Auge war sie fast blind. Das bescherte ihr einige Probleme.

Als sie in den 50er Jahren ihre Heimat Ungarn verliess, plante sie, mit Selvarajan Yesudian nach Kalifornien auszureisen, um dort eine Yoga-Schule zu gründen. Doch aus mehreren unbekannten Gründen, aber durch ihre Eingebung blieb sie in der Schweiz.

Als sie in der Schweiz blieb, versuchte sie mit ihrer ursprünglichen Arbeit als Bildhauerin fortzufahren, für die sie in ihrer ungarischen Heimat berühmt war.

Leider war ihr dies durch schweizerische Regierungsstellen untersagt worden, da Frauen nicht erlaubt war, in der Schweiz als Bildhauerinnen zu arbeiten, wie ihr die Beamten sagten, denn die Schweiz habe schon genügend Bildhauer. Frau Haich war auch eine professionelle Klavierspielerin, doch wurde ihr auch diese Tätigkeit nicht gestattet.

In Folge dessen und ohne zu wissen, was daraus entstehen würde, begann Elisabeth Haich zu schreiben. Viele verschiedene Bücher entstanden so in dieser Zeit, wie z.B. «Tarot» (immer noch der führende Titel über dieses Thema), Raja Yoga, usw., doch der wichtigste und eigentliche Welt-Bestseller ist «Einweihung».

Frau Haich hatte sich meinen Mann – Herrn Helmut Mayer – die Aufgabe als Literaturagent und Bevollmächtigten übertragen, sodass er sich um alle Arten von Publikationen kümmern konnte.

Als er 1985 die Aufgabe übernahm, war die Einweihung in 6 Sprachen verfügbar, heute und bis jetzt in 22 Sprachen veröffentlicht. Chinesisch wird die 23. Sprache sein.

Über all die Jahre wuchs die Yoga Schule immer weiter und wurde so wichtig, dass sehr viele Hatha Yoga Lehrer Europas bei Frau Haich und Herrn Yesudian sich ausbilden liessen.

Herrn Yesudian fuhr fort Lektionen bis in die frühen 90er-Jahre zu erteilen. Und er tat das nicht nur in Zürich, sondern auch jede Woche in St. Gallen und Bern, 2 weiteren grossen Städten.

Neben seinem Yoga Unterricht, war Herr Yesudian auch ein sehr begabter Maler. Die meisten seiner Werke wurden zwar an die Mitglieder der Yoga-Schule verkauft, aber er hatte auch ausserhalb Erfolg.

Völlig unerwartet starb Herr Yesudian an einem Herzinfarkt ohne krank gewesen zu sein und verstarb mitten aus seiner Arbeit heraus.

Frau Haich fuhr mit ihrer Arbeit und der Erfüllung ihrer Mission fort, d.h. Menschen zu helfen, zu lernen, warum wir leben und warum es so bedeutsam ist, sich der Einheit von Körper, Seele und Geistes bewusst und sich seiner selbst bewusst zu werden.

Im Jahre 1994 verschied Frau Haich Im Alter von 97 Jahren ohne gelitten zu haben. Sie verliess einfach diese Welt und uns und ging «nach Hause». Wir vermissen Sie sehr.“

Evelyne Mayer, 21.-25. September 2016

(übersetzt aus dem englischen Original von Hegas Chiesa)

Ich, Daniel Schwander, bin mit Herr und Frau Mayer befreundet und gerne darum bemüht, die Bücher von Frau Elisabeth Haich für Interessierte zugänglich zu machen. Schreiben Sie mir bitte eine eMail mit Ihrem Bücherwunsch.

 

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